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38 Grad am Gericht: Juristen schlagen Alarm

Posted by Redaktion - 9. August 2018

© Bild: Getty Images/iStockphoto/querbeet/iStockphoto

Hitzewelle: Rechtsanwaltskammer fordert Richter auf, Prozesse am Landesgericht abzusagen

Thomas Martinz / Kurier

38 Grad werden am Donnerstag, dem bisher heißesten Tag des Sommers, im Freien erwartet. Exakt diese 38 Grad wurden heuer aber schon gemessen – bei einem Prozess am Klagenfurter Landesgericht.

Die Rechtsanwaltskammer appelliert nun an die Richter, sie mögen bei diesen Temperaturen Verhandlungen abberaumen. „Sauna-Prozesse“ werden Verhandlungen in Klagenfurt im Hochsommer genannt. 2017 hatten das Ministerium sowie das Oberlandesgericht Graz dem Landesgericht eine Klimatisierung der Verhandlungsräume in Aussicht gestellt. „Aus budgetären Gründen ist das nicht möglich“, heißt es auf
KURIER-Nachfrage.

Eine unbefriedigende Antwort für Bernd Lutschounig, den Präsidenten des Landesgerichts. „Viele Büros und Verhandlungssäle sind exponiert nach Süden oder Westen gerichtet. Da helfen weder Rollläden, noch Ventilatoren“, betont er. Die Hitze sei unerträglich und unzumutbar.

Angst vor Hitzekollaps

Auch der Präsident der Kärntner Rechtsanwaltskammer, Gernot Murko, steigt auf die Barrikaden. „Jemand wird einen Hitzekollaps erleiden. Erst dann wird man reagieren“, mutmaßt er. „Heuer wurden im Landesgericht bereits 38 Grad gemessen. Da leidet auch die Konzentrationsfähigkeit. Zeugen sollen stundenlang aussagen, sich an Details aus der Vergangenheit erinnern und Richter wichtige Entscheidungen treffen. Da geht es um Existenzen.“ Murko fordert: „Richter müssten endlich sagen: Bei dieser Hitze verhandle ich nicht.“

Das wird nicht passieren. „Ich verstehe die Aufregung, habe in meinem Büro auch 33 Grad“, sagt Gernot Kanduth, Sprecher der Richter. „Aber streiken können wir nicht. Nur weiterhin versuchen, auf den Mangel an Klimaanlagen hinzuweisen. Und hoffen, dass bei der Hitze während den Verhandlungen nichts passiert.“
Herrnhofer ergänzt: „Wir haben den Verhandlungsdruck, diese Woche finden allein acht Drogenprozesse statt.“ Mit der Erlaubnis, während der Verfahren aus mitgebrachten Wasserflaschen zu trinken, und mit zusätzlichen Verhandlungspausen versuche man ein wenig Abhilfe zu schaffen.

Den Artikel im Kurier lesen …

Siehe auch:

Wiener Fiakerpferde bekamen hitzefrei

 

 

 

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